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Ehrenmitglied Alois Nenning verstorben

„Ein edles Herz hat aufgehört zu schlagen“ – Diesen bescheidenen Spruch können wir auf der Trauerparte von Alois lesen.

Ja, es war sein edles Herz, das Alois seit 15 Jahren schwer zu schaffen machte.  Wenn Kinder vor den Eltern gehen, ist das auch für gesunde Herzen nur schwer zu ertragen. Für das Herz von Alois war das so frühe und plötzliche Ableben seines geliebten Sohns Wolfgang am 20. März 2019 nicht mehr zu ertragen.

Das Herz von  Alois Nenning hat für seine Familie und für die Musik geschlagen.

Er war schon in jungen Jahren ein äußerst talentierter und gefragter Musiker. So war er auch mehrere Jahre Mitglied des MV Pergkirchen. Auch beim Kirchenchor Pergkirchen war er jahrelang aktiv. Nicht als Sänger, sondern als Musiker hat er zahlreiche Begräbnisse und Festmessen musikalisch umrahmt.

Sein erstes Ensemble, bei dem er aktiv mitgewirkt hat, waren die „Baschinger Buam“. Mit Karl Grufeneder, Johann Kaindl,  August Pilsl und Georg Trauner hat er musikalische Freude bereitet. Etwas später ist auch Josef Haimel dazu gestoßen.

Von 15. Juni 1971 bis 14. August 1973, also 26 Monate lang, hat er den Präsenzdienst geleistet. Natürlich bei der Militärmusik OÖ. Er wurde dort als Soloflügelhornist nicht nur von den Musikern sondern auch vom gestrengen Kpm. Prof. Rudolf Zemann sehr geschätzt.

Eine liebe Anekdote dazu von Ehrenkapellmeister Johann Kaindl. Noch während seiner Grundausbildung hat Prof. Zemann Alois Nenning über seinen Kompaniekommandanten befohlen, in den Probenraum der Militärmusik zu kommen. Alois ist auf wackeligen Beinen und in Hausschlapfen dort angekommen – Worauf in Zemann mit den Worten „Loisi“, wie kimmst den du daher“ empfangen hat. Alois darauf ganz kleinlaut. „Ja, wir haben heit an 40km-Marsch gehabt. Meine Füße san volla Blasn. I kum in kane Schuach eini“.

Zur Stadtkapelle Perg ist Alois im Jahr 1966 gestoßen. Er war bei uns die große Stütze am 1. Flügelhorn. Sein weicher und feiner Ton klingt noch heute in unseren Ohren. Solos bei den Cäcilienkonzerten und den Konzertwertungen waren ein Ohrenschmaus. Alois hat überall mitgewirkt:  beim Turmblasen, am Allerheiligentag am Friedhof, bei unzähligen Begräbnissen. Bei den „Auswendigen“ hat er eine führende Rolle gespielt. Wenn unser legendärer Langzeitobmann Niki Glisic  Musiker für ein Ständchen brauchte, war seine erste Frage „Wo is da Lois“! Bei unserer Konzertreise im Jahr 1986 zum Musikfest nach Bethlehem in Pensylvenia zählte Alois zu den absoluten Aktivposten.

Alois glänzte bei der Stadtkapelle Perg nicht nur als Flügelhornist. Von 1973 bis 1986 war er Stabführer. Bei allen Marschwertungen mit ihm als Stabführer erreichten wir eine Auszeichnung. Von 1986 bis 2004 war er Beirat. Dazwischen auch 5 Jahre lang Schriftführer-Stellvertreter. Von den 38 Jahren seiner aktiven Mitgliedschaft bei der Stadtkapelle Perg übte er 31 Jahre lang eine Funktionärstätigkeit aus. Nach seinem Herzinfarkt im Herbst 2003 musste Alois sein aktives Musikerleben am 20. März 2004 beenden.

Seine überdurchschnittlichen Leistungen für die Stadtkapelle Perg würdigten wir mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.

Vom OÖBV wurde ihm gleichzeitig das Ehrenzeichen in Gold verliehen. Bereits in den Jahren 1979, 1990 und 2000 erhielt er Verdienstmedaillen in Bronze und Silber, sowie das Ehrenzeichen in Silber.

Alois wurde nicht nur wegen seiner außergewöhnlichen musikalischen Leistungen vielfach geehrt und verehrt. Es war der außergewöhnliche Mensch Alois Nenning der sich diese Auszeichnungen verdiente. Seine liebenswerte und bescheidene Art. Seine Geselligkeit trotz seines ruhigen Wesens. Seine Freundlichkeit, Verlässlichkeit und Kameradschaft haben seine musikalischen Wegbegleiter so sehr an Alois geschätzt. Seine hohe musikalische Qualifikation hat ihn nie abheben lassen.

Besondere Wegbegleiter und Freunde verstärkten  heute sogar die Stadtkapelle Perg und erweisen so Alois die letzte musikalische Ehre. – Allen voran – Langzeitkapellmeister Johann Kaindl als Dirigent und Stabführer,  der ehemalige Kpm. der Militärmusik OÖ., Prof. Eduard Stallinger auf der Klarinette und der frühere Solotrompeter der Wiener Philharmoniker Prof. Hans Gansch.

Musik kennt keine Grenzen. Unsere Blasmusik wird Alois erreichen, wo immer er auch seine neue Heimat gefunden hat.

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